Sportwetten ohne Wettsteuer in Österreich: Was MiFinity-Nutzer wissen müssen

Die Wettsteuer ist eines der meistmissverstandenen Themen im österreichischen Sportwettenmarkt. Ich bekomme regelmäßig Nachrichten von Lesern, die fragen, ob sie auf ihre Gewinne Steuern zahlen müssen und ob MiFinity dabei einen Unterschied macht. Die kurze Antwort: Für Spieler in Österreich sieht die Lage günstiger aus als in vielen Nachbarländern. Aber seit April 2025 hat sich die Abgabenstruktur verändert – und das betrifft euch indirekt stärker, als ihr vielleicht denkt.
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Wie funktioniert die Wettsteuer in Österreich?
Eines vorweg: Ich bin kein Steuerberater, und dieser Artikel ersetzt keine professionelle Beratung. Was ich liefern kann, sind die Fakten, wie sie aktuell stehen – und ein Einordnung aus der Perspektive eines Zahlungsexperten.
In Österreich wird die Sportwettenabgabe nicht vom Spieler, sondern vom Betreiber abgeführt. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu Deutschland, wo Spieler über die fünfprozentige Wettsteuer direkt belastet werden. In Österreich zahlt der Buchmacher eine Abgabe auf den Bruttospieleinsatz. Seit April 2025 liegt diese Abgabe bei 5 Prozent – eine Erhöhung um 150 Prozent gegenüber den vorherigen 2 Prozent.
Das Finanzministerium erwartet durch diese Erhöhung zusätzliche Einnahmen von 50 Millionen Euro allein für 2025, mit einer Steigerung auf 200 Millionen Euro bis 2028/29. Die prognostizierten jährlichen Einnahmen aus der Sportwettenabgabe sollen von 82,4 Millionen Euro im Jahr 2023 auf rund 119,6 Millionen Euro in 2026 steigen. Das sind beeindruckende Zahlen, die zeigen, wie bedeutend der Sportwettenmarkt für den österreichischen Fiskus geworden ist.
Der jährliche Bruttowettertrag der Sportwettenbuchmacher in Österreich liegt bei rund 1,87 Milliarden Euro – eine Summe, die verdeutlicht, warum die Politik diesen Markt nicht unreguliert lassen will. Wien, Niederösterreich und Oberösterreich decken zusammen etwa 58,4 Prozent des gesamten Marktvolumens ab, was die regionale Konzentration des Wettmarktes unterstreicht.
Wettsteuer: Was Spieler zahlen vs. was Betreiber zahlen
Hier liegt der Kern des Missverständnisses. Formal zahlt der Spieler in Österreich keine Wettsteuer. Die Abgabe ist eine Betreibersteuer. Sportwetten werden in Österreich – bestätigt durch den Obersten Gerichtshof – als Geschicklichkeitsspiel eingestuft, nicht als Glücksspiel. Das hat steuerliche Konsequenzen: Gewinne aus Geschicklichkeitsspielen sind für den Spieler in der Regel einkommensteuerfrei.
Aber: Die Erhöhung der Betreiberabgabe von 2 auf 5 Prozent hat Folgen, die beim Spieler ankommen. Buchmacher müssen diese Mehrkosten irgendwo kompensieren, und es gibt drei Wege, wie sie das tun: durch niedrigere Quoten, durch höhere Mindesteinzahlungen oder durch reduzierte Bonusangebote. In der Praxis habe ich bei mehreren Anbietern beobachtet, dass die Quoten für österreichische Kunden seit April 2025 leicht gesunken sind. Nicht dramatisch, aber messbar – und über die Zeit summiert sich das.
Die Analogie, die ich gerne verwende: Die Wettsteuer ist wie die Mehrwertsteuer im Supermarkt. Der Händler zahlt sie ans Finanzamt, aber der Preis auf dem Etikett berücksichtigt sie bereits. Du zahlst nicht separat Steuer an der Kasse, aber der Preis ist höher, als er ohne die Steuer wäre. Für Sportwetten heißt das: Deine Quoten sind der „Preis“ – und sie fallen tendenziell niedriger aus, wenn der Betreiber eine höhere Abgabe abführen muss. Das ist kein MiFinity-spezifisches Thema, sondern betrifft jede Zahlungsmethode gleichermaßen.
Sind MiFinity-Auszahlungen steuerfrei?
Diese Frage höre ich in Variationen jede Woche. Die Zahlungsmethode hat keinen Einfluss auf die steuerliche Behandlung der Gewinne. Ob du per MiFinity, Banküberweisung oder Kryptowährung auszahlst – die steuerliche Beurteilung bleibt dieselbe.
In Österreich sind Sportwetten-Gewinne für den Spieler grundsätzlich nicht einkommensteuerpflichtig, solange Sportwetten als Geschicklichkeitsspiel klassifiziert bleiben. Das gilt unabhängig von der Auszahlungsmethode. MiFinity ändert daran nichts – weder positiv noch negativ. Was MiFinity allerdings bietet, ist eine saubere Transaktionshistorie. Im MiFinity-Wallet siehst du alle Ein- und Auszahlungen chronologisch aufgelistet, was im unwahrscheinlichen Fall einer Steuerprüfung hilfreich sein kann.
Ein Szenario, das manche Nutzer beunruhigt: Was ist, wenn ich regelmäßig hohe Beträge über MiFinity auszahle? Löst das eine Meldung aus? MiFinity unterliegt als FCA-regulierter Zahlungsdienstleister den Anti-Geldwäsche-Vorschriften. Bei ungewöhnlich hohen oder häufigen Transaktionen kann eine Überprüfung stattfinden – aber das ist ein normaler Compliance-Prozess, kein Steuerthema. Solange die Herkunft der Gelder nachvollziehbar ist, gibt es keinen Grund zur Sorge.
Was ich aus der Praxis berichten kann: In all meinen Jahren als Zahlungsexperte habe ich keinen einzigen Fall erlebt, in dem ein österreichischer Sportwetten-Spieler aufgrund seiner MiFinity-Transaktionen steuerliche Probleme bekommen hat. Das heißt nicht, dass es unmöglich ist – aber es zeigt, dass die aktuelle Regelung für den durchschnittlichen Nutzer unkritisch ist. Wer allerdings professionell wettet und seinen Lebensunterhalt damit bestreitet, bewegt sich in einem Graubereich, der steuerrechtliche Beratung erfordert.
Geplante GSpG-Reform 2026: Was ändert sich?
Die für Sommer 2026 geplante Reform des Glücksspielgesetzes ist das größte regulatorische Ereignis für den österreichischen Sportwettenmarkt seit Jahren. Und sie hat das Potenzial, auch die steuerliche Landschaft zu verändern.
Die Reform soll einen unabhängigen Regulierer einführen und eine EU-konforme Lizenzierungssystematik schaffen. Was das für die Sportwettenabgabe bedeutet, ist noch nicht abschließend geklärt. Möglich ist, dass die Abgabenstruktur im Zuge der Reform angepasst wird – ob nach oben oder unten, darüber herrscht Uneinigkeit unter den Experten. Was wahrscheinlich ist: Online-Sportwetten werden stärker reguliert, und die Unterscheidung zwischen Geschicklichkeitsspiel und Glücksspiel könnte neu bewertet werden.
Für MiFinity-Nutzer bedeutet das konkret: Die Zahlungsmethode selbst wird von der Reform nicht direkt betroffen sein. MiFinity ist ein regulierter Zahlungsdienstleister und wird auch nach einer Reform als Zahlungsmethode verfügbar bleiben. Was sich ändern könnte, ist die Liste der Buchmacher, die in Österreich legal operieren dürfen – und damit die Frage, bei welchen Anbietern MiFinity eingesetzt werden kann.
Was ich Spielern empfehle: Verfolge die Reform aufmerksam, aber lass dich nicht verrückt machen. Die Zahlungsmethode ist das Letzte, was sich ändert – zuerst kommen Lizenzvergabe und Betreibervorschriften. Und unabhängig von der Reform gilt: Wer sauber dokumentierte Ein- und Auszahlungen über ein reguliertes E-Wallet wie MiFinity abwickelt, ist steuerlich und rechtlich auf der sicheren Seite. Wer den aktuellen Stand zur Auszahlung über MiFinity kennen möchte, findet dort alle relevanten Informationen zu Dauer und Limits.
Muss ich als österreichischer Spieler Steuern auf Sportwetten-Gewinne zahlen?
Nach aktuellem Stand sind Sportwetten-Gewinne in Österreich für Spieler grundsätzlich nicht einkommensteuerpflichtig. Sportwetten gelten als Geschicklichkeitsspiel, und die Sportwettenabgabe wird vom Betreiber abgeführt, nicht vom Spieler. Die Zahlungsmethode – ob MiFinity, Banküberweisung oder andere – hat darauf keinen Einfluss. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich die Beratung durch einen Steuerexperten.
Wie wirkt sich die Erhöhung der Sportwettenabgabe 2025 auf meine Quoten aus?
Die Erhöhung der Sportwettenabgabe von 2 auf 5 Prozent des Bruttospieleinsatzes belastet die Betreiber. Viele geben diese Mehrkosten teilweise über niedrigere Quoten an die Spieler weiter. Der Effekt ist nicht bei allen Anbietern gleich stark und variiert je nach Wettmarkt und Sportart. Im Durchschnitt sind leichte Quotenrückgänge bei auf Österreich ausgerichteten Angeboten zu beobachten.
Erstellt von der Redaktion von „Mifinity Wetten“.
